Bitwarden vs. Vaultwarden: Passwort-Manager selbst hosten – was ist der Unterschied?
Wer seinen Passwort-Manager selbst hosten möchte, stößt schnell auf zwei Namen: Bitwarden (das Original) und Vaultwarden (ein inoffizieller, leichtgewichtiger Server). Beide nutzen dieselben Apps, aber der Unterschied auf Serverseite ist erheblich.
Was ist Bitwarden?
Bitwarden ist ein Open-Source-Passwort-Manager, der 2016 gestartet ist. Er besteht aus:
- Bitwarden-Clients (Browser-Extension, Desktop-App, Mobile, Web-Vault)
- Bitwarden Server (für Self-Hosting: das offizielle Backend)
Das offizielle Backend läuft mit dem bitwarden/self-host-Docker-Setup – ein komplexer Stack aus mehreren Containern (API, Identity, MSSQL, etc.).
Stärken:
- Offiziell und direkt von Bitwarden Inc. unterstützt
- Enterprise-Features (SSO, Directory-Connector, Policies)
- Regelmäßige Security-Audits
- Volle Feature-Parität mit der Cloud-Version
- Support-Option für Teams
Schwächen:
- Sehr ressourcenintensiv: läuft mit MSSQL, mehreren Services
- Empfohlene Server: 2 CPU, 4 GB RAM, 25 GB Disk
- Komplex zu konfigurieren und zu updaten
- Overkill für Einzelpersonen oder kleine Familien
Was ist Vaultwarden?
Vaultwarden (früher bitwarden_rs) ist eine inoffizielle Reimplementierung des Bitwarden-Server-APIs in Rust. Es ist kompatibel mit allen Bitwarden-Clients, benötigt aber nur einen Bruchteil der Ressourcen.
Stärken:
- Extrem leichtgewichtig: läuft auf einem Raspberry Pi mit 256 MB RAM
- Einzelner Docker-Container, SQLite als Standard-DB
- Schnelles Setup (3 Zeilen
docker-compose.yml) - Unterstützt fast alle Premium-Features kostenlos (TOTP, Attachments, Emergency Access)
- Aktive Entwicklung und große Community
Schwächen:
- Inoffizielles Projekt – kein offizieller Support von Bitwarden
- Updates können hinter dem offiziellen API zurückbleiben
- Einige Enterprise-Features fehlen (SSO via SAML nur mit Patch)
- Sicherheitsaudits sind unabhängig (nicht von Bitwarden Inc.)
Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Bitwarden (Official) | Vaultwarden |
|---|---|---|
| Offiziell | Ja | Nein (kompatibel) |
| RAM-Bedarf | ~4 GB | ~50–100 MB |
| Setup-Aufwand | Hoch (Docker-Compose mit 10+ Services) | Sehr gering (1 Container) |
| Datenbank | MSSQL | SQLite / PostgreSQL / MySQL |
| Premium-Features | Ja (Lizenz nötig) | Ja (kostenlos!) |
| Enterprise-Features | Vollständig | Eingeschränkt |
| Sicherheitsaudit | Ja | Nein |
Mein Tipp: Vaultwarden für Self-Hoster, Bitwarden für Teams
Ich nutze Vaultwarden seit Jahren für meine Familie. Setup in 10 Minuten, läuft auf einem kleinen VPS mit 512 MB RAM, und wir haben TOTP, Shared Collections und alles was wir brauchen.
services:
vaultwarden:
image: vaultwarden/server:latest
restart: unless-stopped
volumes:
- ./vw-data:/data
environment:
WEBSOCKET_ENABLED: "true"
SIGNUPS_ALLOWED: "false" # Nach Einrichtung deaktivieren!
ADMIN_TOKEN: "sicherer-admin-token-hier"
ports:
- 8080:80
- 3012:3012
Bitwarden (offiziell) empfehle ich nur für:
- Teams mit 10+ Personen und LDAP/SSO-Anforderungen
- Unternehmen, die Enterprise-Support brauchen
- Szenarien, wo ein offizieller Sicherheitsaudit erforderlich ist
Für alle anderen: Vaultwarden ist der klare Gewinner – gleiche Apps, deutlich weniger Aufwand.