Dockge vs. Portainer: Das bessere Docker-Management-UI für Self-Hoster

Wer Docker-Container selbst hostet, kennt das Problem: die Kommandozeile reicht für einzelne Container, aber sobald mehrere Stacks zusammenspielen, wird es unübersichtlich. Dockge und Portainer lösen dieses Problem als Web-UIs – aber mit völlig unterschiedlicher Philosophie.

Was ist Portainer?

Portainer ist das etablierte Docker-Management-Tool. Seit 2017 am Markt, unterstützt es Docker, Docker Swarm, Kubernetes und Azure Container Instances. Die Community Edition ist kostenlos, für erweiterte Features (RBAC, Audit-Logs, Unterstützung mehrerer Endpunkte) gibt es eine Business Edition ab 369 $/Jahr.

Stärken:

  • Unterstützt Docker, Swarm und Kubernetes aus einer Oberfläche
  • Umfangreiche Berechtigungsverwaltung (RBAC) in der BE
  • Volumes, Networks, Images – alles verwaltbar
  • Große Community, viele Tutorials verfügbar
  • App Templates für schnelles Deployment beliebter Software

Schwächen:

  • Für einfaches Docker-Compose-Management überladen
  • Komplexe Oberfläche mit steiler Lernkurve
  • Business-Features hinter einer Paywall
  • Portainer selbst läuft als Container – bootstrapping-Problem

Was ist Dockge?

Dockge ist ein 2023 von Louislam (dem Entwickler von Uptime Kuma) veröffentlichtes Tool, das sich bewusst auf einen einzigen Use-Case konzentriert: Docker-Compose-Stacks verwalten. Nicht mehr, nicht weniger.

Stärken:

  • Minimales, übersichtliches Interface – sofort intuitiv
  • Interaktiver Compose-Editor im Browser
  • Echtzeit-Terminal-Output beim Stack-Start/Stop
  • Stack-Import aus bestehenden docker-compose.yml-Dateien
  • Sehr leichtgewichtig (< 10 MB Image)

Schwächen:

  • Kein Kubernetes-Support
  • Keine Benutzerverwaltung / kein RBAC
  • Nur Docker-Compose – keine standalone Container
  • Noch relativ neu, kleinere Community

Vergleich auf einen Blick

Feature Dockge Portainer CE
Docker Compose Exzellent (Kernfunktion) Gut
Kubernetes Nein Ja
Benutzer / RBAC Nein Begrenzt (CE)
Lernkurve Sehr niedrig Mittel bis hoch
Multi-Server Nein (Agent in Arbeit) Ja
Ressourcenverbrauch Minimal Moderat
Kosten Kostenlos CE kostenlos / BE kostenpflichtig
Aktive Entwicklung Ja Ja

Mein Setup: Warum ich zu Dockge gewechselt habe

Ich habe lange Portainer genutzt und war damit eigentlich zufrieden – bis ich realisiert habe, dass ich 90 % der Funktionen nie benutzt habe. Stack starten, stoppen, Logs checken: das ist alles. Für diesen Use-Case ist Dockge schlicht besser.

Die Echtzeit-Logs beim docker compose up direkt im Browser sind ein echter Gamechanger. Kein SSH mehr nur um zu sehen, warum ein Container nicht startet.

# Dockge läuft selbst als Compose-Stack – sauber und transparent
services:
  dockge:
    image: louislam/dockge:1
    restart: unless-stopped
    ports:
      - 5001:5001
    volumes:
      - /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock
      - ./data:/app/data
      - /opt/stacks:/opt/stacks

Fazit: Wann welches Tool?

Dockge ist die richtige Wahl wenn:

  • Du ausschließlich Docker Compose auf einem oder wenigen Servern nutzt
  • Du ein schnelles, übersichtliches Tool ohne Overhead willst
  • Einfachheit wichtiger ist als Feature-Vollständigkeit

Portainer ist die richtige Wahl wenn:

  • Du Kubernetes oder Docker Swarm verwalten musst
  • Du mehrere Endpunkte / Teams mit Berechtigungssystem brauchst
  • Du die umfangreichen Portainer-Templates nutzen möchtest

Für die meisten Solo-Self-Hoster ist Dockge der klare Gewinner. Portainer lohnt sich ab dem Moment, wo mehrere Personen Zugriff brauchen oder Kubernetes ins Spiel kommt.