Gitea vs. Forgejo: Self-Hosted Git im Vergleich 2026
Wer Git-Repositories selbst hosten möchte, kennt Gitea. Doch seit Ende 2022 gibt es einen Fork: Forgejo. Beide Projekte haben sich seitdem unterschiedlich entwickelt. Welches solltest du 2026 für dein Homelab oder deine Organisation wählen?
Die Geschichte des Forks
Gitea startete 2016 als Fork von Gogs und wurde schnell zum beliebtesten self-hosted Git-Server. Ende 2022 gründeten Mitglieder der Community Codeberg e.V. und forkten Gitea zu Forgejo — aus Bedenken über die Unternehmensführung und die Richtung des Projekts (Monetarisierung, Governance).
Gitea Inc. (das Unternehmen hinter Gitea) und die Forgejo-Community entwickeln seitdem ihre eigenen Wege.
Gitea: Der bewährte Original
Gitea ist ein leichtgewichtiger, selbst-gehosteter Git-Dienst, geschrieben in Go. Er ist schnell, einfach aufzusetzen und ressourcensparend.
Stärken von Gitea:
- Sehr niedrige Ressourcenanforderungen (läuft auf Raspberry Pi)
- Schnelle Einrichtung
- Kompatibel mit GitHub-API (viele Tools funktionieren direkt)
- Actions (GitHub Actions-kompatibel)
- Package Registry (npm, Docker, PyPI, etc.)
- Große bestehende User-Base
Schwächen:
- Governance-Bedenken (Unternehmen vs. Community)
- Roadmap weniger community-getrieben
- Manche Community-Features werden in Forgejo schneller entwickelt
Forgejo: Der Community-Fork
Forgejo (von "Forja", Spanisch/Portugiesisch für "Schmiede") ist der "soft fork" von Gitea — zunächst fast identisch, entwickelt sich aber zunehmend eigenständig.
Stärken von Forgejo:
- Echter Open-Source-Governance (non-profit, Codeberg e.V.)
- Community-first Entwicklung
- Eigene Features wie Federated Pull Requests (ActivityPub)
- Auf Codeberg.org gehostet (große Referenz-Instanz)
- Transparentere Roadmap
Schwächen:
- Jüngeres Projekt, kleinere direkte Community (aber wächst)
- Weniger bekannt außerhalb der FOSS-Community
- Hard Fork geplant: zukünftige API-Kompatibilität unklar
Feature-Vergleich 2026
| Feature | Gitea | Forgejo |
|---|---|---|
| Git Repositories | ✅ | ✅ |
| Issues & PRs | ✅ | ✅ |
| Actions (CI/CD) | ✅ | ✅ |
| Package Registry | ✅ | ✅ |
| GitHub API-Kompatibel | ✅ | ✅ |
| Federation (ActivityPub) | ❌ | ✅ (experimentell) |
| Governance | Unternehmen | Non-profit |
| Lizenz | MIT | MIT |
Installation (beide ähnlich)
Docker Compose:
services:
gitea: # oder: image: codeberg.org/forgejo/forgejo:latest
image: gitea/gitea:latest
container_name: gitea
environment:
- USER_UID=1000
- USER_GID=1000
restart: always
volumes:
- ./gitea:/data
ports:
- "3000:3000"
- "222:22"
Forgejo ist ein Drop-in-Replacement — die Konfiguration ist nahezu identisch.
Migration zwischen beiden
Da Forgejo ein Fork von Gitea ist, ist die Migration trivial: Die Datenbank und Konfiguration sind kompatibel. Ein einfacher Image-Wechsel reicht in den meisten Fällen.
Alternativen
- GitLab CE: Deutlich mächtiger, aber ressourcenhungrig
- Gogs: Der Ur-Vorfahr, weniger aktiv entwickelt
- OneDev: Feature-reich mit eingebautem CI/CD
- Soft Serve: Terminal-only Git-Server (Charm)
Wann welches?
Gitea empfehle ich, wenn:
- Du maximale Stabilität und einen bekannten Brand willst
- Du bereits Gitea nutzt (kein Grund zu wechseln)
- Enterprise-Support in der Zukunft relevant sein könnte
- Du auf ein großes bestehendes Community-Forum angewiesen bist
Forgejo empfehle ich, wenn:
- Open-Source-Governance und Community-Control wichtig sind
- Du Federation und ActivityPub interessant findest
- Du Codeberg.org als Hosting-Option magst
- Du bei der neuesten Open-Source-Entwicklung dabei sein willst
Mein Fazit
Für neue Deployments würde ich Forgejo wählen — nicht weil es technisch überlegen wäre (beide sind nahezu identisch), sondern wegen der besseren Governance und Community-Ausrichtung. Die Federation-Features könnten langfristig ein echter Unterschied sein.
Wer bereits Gitea nutzt: kein Grund zur Panik, beide Projekte sind stabil und aktiv entwickelt. Die Migration zu Forgejo ist trivial und jederzeit möglich.