Prometheus vs. Datadog: Das Monitoring-Duell 2025

Observability ist in der modernen Software-Entwicklung unverzichtbar. Prometheus und Datadog sind zwei der populärsten Monitoring-Lösungen – aber sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Open-Source Self-Hosted vs. kommerzieller All-in-One-SaaS.


Prometheus: Open-Source-Monitoring-Standard

Prometheus wurde 2012 bei SoundCloud entwickelt und ist heute das Herzstück des Cloud-Native-Monitorings. Es ist das erste Projekt (nach Kubernetes), das vom CNCF den Status "Graduated" erhalten hat.

Prometheus allein ist ein Metrics-Collector und Time-Series-Datenbank. In der Praxis wird es fast immer mit Grafana (Visualisierung), Alertmanager (Alerting) und einem Exporters-Ökosystem kombiniert.

Stärken von Prometheus:

  • Kostenlos und Open-Source – keine Lizenzkosten
  • Pull-Modell – Prometheus scraped Metrics von Endpoints
  • PromQL – mächtige Abfragesprache für Metriken
  • Exzellentes Kubernetes-Integration – kube-state-metrics, node-exporter
  • Riesiges Exporter-Ökosystem – Redis, PostgreSQL, NGINX, JVM, …
  • Kein Vendor-Lock-in – volle Datenkontrolle

Schwächen:

  • Kein eingebautes Logging – Loki oder ELK als Ergänzung nötig
  • Kein APM – Application Performance Monitoring braucht Jaeger/Tempo
  • Setup-Aufwand – Prometheus + Grafana + Alertmanager konfigurieren
  • Langzeit-Speicherung – Prometheus allein nicht für Monate/Jahre ausgelegt (Thanos/Cortex nötig)
  • Kein Out-of-the-Box-Dashboard – Grafana-Dashboards müssen konfiguriert werden (oder von Grafana.com importiert)

Datadog: Der kommerzielle Alleskönner

Datadog ist eine vollständige Observability-Plattform als SaaS: Metrics, Logs, Traces, APM, Synthetic Monitoring, Security Monitoring – alles aus einer Hand.

Stärken von Datadog:

  • Vollständige Observability – Metrics, Logs, Traces, APM in einem Tool
  • Exzellente UX – intuitive Dashboards, kein Setup nötig
  • 650+ Integrationen – fertige Anbindungen für alle gängigen Dienste
  • Out-of-the-Box-Dashboards – sofort nutzbar nach Agent-Installation
  • Korrelation – Logs, Metrics und Traces direkt verknüpft
  • Machine Learning – automatische Anomalie-Erkennung

Schwächen:

  • Kosten – Datadog kann teuer werden, besonders bei hohem Log-Volumen
  • Vendor-Lock-in – alle Daten liegen bei Datadog
  • Datenschutz – Logs verlassen die eigene Infrastruktur
  • Preismodell – komplex, schwer vorherzusagen (Host + Metrics + Logs × Retention)

Kostvergleich: Self-Hosted vs. SaaS

Das ist der entscheidende Faktor für viele Teams.

Prometheus-Stack (Self-Hosted):

  • Infrastrukturkosten: Server/Kubernetes-Nodes (bereits vorhanden)
  • Software: Kostenlos
  • Aufwand: Initiales Setup + laufende Pflege

Datadog:

  • Pro Host: ca. 15–23 USD/Monat (Infra)
  • Logs: ca. 0,10 USD pro GB/Monat + Retention-Kosten
  • APM: zusätzlich pro Host
  • 10 Hosts + Logs + APM: leicht 500–1.500 USD/Monat

Für kleine bis mittlere Teams und Self-Hosters ist Prometheus klar wirtschaftlicher.


Direkter Vergleich

Merkmal Prometheus Datadog
Kosten Kostenlos (Infrastruktur) Teuer, SaaS-Modell
Metrics Ja Ja
Logs Nein (Loki/ELK nötig) Ja (integriert)
Tracing/APM Nein (Jaeger/Tempo) Ja (exzellent)
Setup-Aufwand Hoch Gering
Visualisierung Grafana (separat) Integriert
Vendor-Lock-in Nein Ja
Datenschutz Vollständige Kontrolle Daten bei Datadog
Kubernetes-Support Exzellent Exzellent
Alerting Alertmanager Integriert

Meine Empfehlung

Prometheus + Grafana + Loki für:

  • Self-Hoster und kleine bis mittlere Teams
  • Kubernetes-Umgebungen (native Integration)
  • DSGVO-sensible Umgebungen (Daten bleiben intern)
  • Kostenoptimierung bei hohem Log-Volumen

Datadog für:

  • Große Enterprise-Teams mit Budget
  • Teams ohne DevOps-Kapazität für selbst verwaltetes Monitoring
  • Wenn vollständiges APM mit Traces out-of-the-box benötigt wird
  • Schneller Start ohne Setup-Aufwand

Für meine eigene Infrastruktur setze ich auf den Prometheus + Grafana + Loki-Stack – full control, kein Vendor Lock-in, und bei meinem Monitoring-Volumen sind die Kosten ein Bruchteil von Datadog.