Strapi vs. Payload CMS: Welches Headless CMS ist das Richtige für dein Projekt?

Headless CMS-Systeme haben die Webentwicklung revolutioniert. Während WordPress noch immer dominiert, setzen immer mehr Entwicklungsteams auf API-first-Ansätze. Zwei der spannendsten Open-Source-Vertreter dieses Felds sind Strapi und Payload CMS — beide in Node.js geschrieben, beide mit TypeScript-Support, aber mit sehr unterschiedlichen Philosophien.

Was ist Strapi?

Strapi ist das aktuell meistgenutzte Open-Source Headless CMS und seit mehreren Jahren am Markt etabliert. Mit Strapi v5 (2024) wurde das System grundlegend modernisiert: Document Service API, komplett überarbeitete Plugin-Architektur und verbesserte TypeScript-Integration. Strapi bietet eine komfortable Admin-UI, eine REST- und GraphQL-API out of the box und ein Plugin-Ökosystem mit Hunderten von Community-Beiträgen.

Stärken von Strapi:

  • Ausgereiftes, stabiles System mit großer Community
  • Intuitive Admin-UI, auch für Nicht-Entwickler geeignet
  • Flexibles Content-Type-Builder-Tool
  • REST + GraphQL API ohne Konfiguration
  • Self-hosted oder Strapi Cloud (Managed Hosting)
  • Medien-Management mit Upload-Plugin

Schwächen von Strapi:

  • Weniger typsicher in der Code-First-Konfiguration
  • Customizing der Admin-UI ist aufwendig
  • Strapi v4 zu v5 Migration war anspruchsvoll

Was ist Payload CMS?

Payload CMS ist ein neuerer Mitbewerber, der mit einem klaren Code-First-Ansatz punktet. Alles wird in TypeScript konfiguriert — keine UI-basierte Schema-Definition. Seit Payload 2.0 läuft es auf Next.js und integriert Admin-UI und API in einem einzigen Next.js-Projekt. Das macht Payload besonders attraktiv für Entwickler, die volle TypeScript-Kontrolle schätzen.

Stärken von Payload CMS:

  • Vollständig in TypeScript konfiguriert (Code-First)
  • Exzellente TypeScript-Typsicherheit im ganzen Stack
  • Integriert in Next.js (kein separater Server nötig)
  • Flexibles Access-Control-System
  • Lokale API für direkten DB-Zugriff ohne HTTP
  • Hooks-System für komplexe Business-Logik

Schwächen von Payload CMS:

  • Steiler Einstieg für Nicht-Entwickler
  • Kleinere Community als Strapi
  • Next.js-Abhängigkeit kann einschränken
  • Plugin-Ökosystem noch im Aufbau

Direkter Vergleich

Kriterium Strapi v5 Payload CMS 2.x
Konfiguration UI + Code Code-Only (TypeScript)
Frontend Framework-agnostisch Next.js
API REST + GraphQL REST + Local API
TypeScript Gut Exzellent
Community Sehr groß Wachsend
Einstiegshürde Niedrig Mittel
Self-Hosting Einfach Einfach
Datenbank SQLite, MySQL, PostgreSQL MongoDB, PostgreSQL

Wann Strapi, wann Payload?

Strapi wählen, wenn:

  • Das Team auch Nicht-Entwickler umfasst (Redakteure, Marketing)
  • Schnelles Prototyping gefragt ist
  • Eine bewährte, stabile Lösung bevorzugt wird
  • Ein breites Plugin-Ökosystem wichtig ist

Payload wählen, wenn:

  • Das Team vollständig aus Entwicklern besteht
  • TypeScript-Typsicherheit höchste Priorität hat
  • Das Projekt ohnehin Next.js nutzt
  • Komplexe Business-Logik in Hooks abgebildet werden soll

Mein Setup: Strapi als CMS für typoniels.dev

Für meine eigene Website typoniels.dev nutze ich Strapi v5 als Headless CMS. Der Hauptgrund: Das System war bereits produktiv im Einsatz, als Payload noch in den Kinderschuhen steckte. Strapi läuft als Docker-Container auf meiner Kubernetes-Infrastruktur und versorgt das Qwik-Frontend über eine REST-API mit Content-Daten.

Für neue Projekte würde ich heute Payload CMS in die engere Wahl ziehen — besonders wenn das Projekt Next.js-basiert ist und das Team ausschließlich aus Entwicklern besteht.

Fazit

Strapi und Payload CMS sind beide exzellente Headless CMS-Lösungen, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Strapi punktet mit Reife und Benutzerfreundlichkeit, Payload mit TypeScript-Exzellenz und Developer Experience. Für 2026 gilt: Payload CMS ist die aufregendere technische Wahl, Strapi die sicherere für heterogene Teams.