Hetzner Cloud vs. DigitalOcean: Welcher VPS ist 2025 besser?

Als Entwickler braucht man früher oder später eigene Server — sei es für Side-Projects, Produktions-Apps oder Lern-Setups. Zwei Namen fallen dabei immer wieder: Hetzner aus Deutschland und DigitalOcean aus den USA. Ich nutze beide und erkläre, welcher für wen geeignet ist.

Preis-Leistung: Hetzner ist ungeschlagen billig

Das offensichtlichste Argument für Hetzner ist der Preis. Ein Vergleich macht das klar:

Plan Hetzner DigitalOcean
2 vCPU, 4 GB RAM ~4,50 €/Monat ~24 $/Monat
4 vCPU, 8 GB RAM ~8,80 €/Monat ~48 $/Monat
8 vCPU, 16 GB RAM ~16,90 €/Monat ~96 $/Monat
Traffic 20 TB inkl. 5-9 TB inkl.

Hetzner ist im Durchschnitt 5-6x günstiger als DigitalOcean für vergleichbare Specs. Das ist kein kleiner Unterschied — das ist ein anderes Preissegment.

Warum trotzdem DigitalOcean?

Wenn Hetzner so viel billiger ist, warum existiert DigitalOcean dann noch? Weil Preis nicht alles ist:

DigitalOcean-Stärken

Globale Präsenz: DigitalOcean hat Rechenzentren in 15+ Regionen weltweit — New York, Amsterdam, Singapur, San Francisco, Bangalore. Hetzner hat nur Standorte in Deutschland, Finnland und den USA (nur eine Region).

Managed Services: DigitalOcean bietet Managed Kubernetes (DOKS), Managed PostgreSQL, Managed Redis, Object Storage (Spaces), App Platform, und Load Balancer out-of-the-box. Das spart Betriebsaufwand.

Reifere Plattform: DigitalOceans API, CLI (doctl), und Terraform-Provider sind ausgereifter und besser dokumentiert. Wer viel Infrastructure as Code macht, schätzt das.

Snapshots & Backups: Automatische tägliche Backups sind einfacher einzurichten und zu verwalten.

Hetzner-Stärken

Preis-Leistung: Unmöglich zu schlagen. Ein 8-Core-Server für unter 20€ ist in Europa einzigartig.

Bare Metal: Hetzner ist berühmt für günstige Dedicated-Server — ein i9-13900 mit 128 GB RAM für unter 100€/Monat ist real.

DSGVO-konform: Für deutsche/europäische Projekte mit Kundendaten ist ein EU-Rechenzentrum oft Pflicht. Hetzner ist in Nürnberg und Helsinki — beide datenschutzrechtlich sauber.

Hetzner Object Storage: Seit 2024 bietet Hetzner auch S3-kompatiblen Objektspeicher — günstig und performant.

Community: In der deutschsprachigen Self-Hosting-Community dominiert Hetzner. Tutorials, Ansible-Playbooks, und Kubernetes-Setups sind meistens auf Hetzner ausgelegt.

Mein Erfahrungsbericht

Ich betreibe meine gesamte Infrastruktur bei Hetzner. Der Hauptgrund: Ich hoste deutsche Kundenprojekte und war damit bei DSGVO-Compliance automatisch auf der sicheren Seite. Außerdem laufe ich ein selbst verwaltetes Kubernetes-Cluster auf Hetzner-Nodes — das ist bei DigitalOcean Managed Kubernetes schnell 3-4x teurer.

Was ich an Hetzner vermisse: Der Load Balancer kostet zwar nur ~5€/Monat, aber die Managed-Datenbank-Optionen sind noch weniger ausgereift als bei DO. Ich betreibe daher PostgreSQL und Redis direkt auf eigenen VMs — was ich sowieso bevorzuge.

Wann DigitalOcean, wann Hetzner?

Wähle Hetzner wenn:

  • Du in Deutschland/Europa hostest
  • Budget der primäre Faktor ist
  • Du gerne selbst konfigurierst (Kubernetes, Nginx, etc.)
  • Du Bare-Metal-Server brauchst

Wähle DigitalOcean wenn:

  • Du globale Latenz-Anforderungen hast
  • Du Managed Services bevorzugst (kein Betriebsaufwand)
  • Deine Zielgruppe in USA oder Asien ist
  • Du ein Startup bist und schnell skalieren möchtest ohne Ops-Team

Für die meisten deutschen Entwickler mit Self-Hosting-Ambitionen ist Hetzner die bessere Wahl. Der Preisunterschied ist so groß, dass man sich dafür problemlos die Zeit leisten kann, Services selbst zu konfigurieren.