Zwei Generationen CI/CD
Jenkins erschien 2004 (damals als Hudson), lange bevor Cloud-CI/CD ein Konzept war. GitHub Actions wurde 2018 eingeführt und ist von Grund auf für Cloud-native Workflows konzipiert. Die Generationsunterschiede sind deutlich spürbar.
Jenkins: Maximale Flexibilität, maximaler Aufwand
Jenkins lässt sich für nahezu jeden Use Case konfigurieren. Über 1.800 Plugins decken fast jedes Integrationsszenario ab. Der Preis: erheblicher Betriebsaufwand.
Stärken:
- Self-Hosted: Vollständige Kontrolle, keine Vendor-Abhängigkeit
- Plugin-Ecosystem: 1.800+ Plugins für jede Integration
- On-Premise: Perfekt für Air-Gapped Environments
- Komplexe Pipelines: Groovy-basierte Jenkinsfiles für anspruchsvolle Workflows
- Keine Limits: Keine Minuten-Kontingente oder Parallelitätslimits
Schwächen:
- Betriebsaufwand: Updates, Sicherheitspatches, Plugin-Konflikte
- UI veraltet: Keine moderne Benutzeroberfläche
- Steilere Lernkurve: Groovy-Syntax und Jenkins-Konzepte lernen
- Ressourcenverbrauch: Jenkins-Master benötigt dedizierte Ressourcen
GitHub Actions: Der Cloud-native Ansatz
GitHub Actions ist direkt in GitHub integriert und nutzt YAML-Syntax für Workflows. Der Marketplace bietet tausende fertige Actions für gängige Aufgaben.
Stärken:
- Zero-Setup: Kein Server, kein Plugin-Management
- Marketplace: Tausende Community-Actions für Docker, AWS, Kubernetes, etc.
- Matrix-Builds: Tests auf mehreren OS/Versionen parallel ohne Aufwand
- Secrets Management: Direkt in GitHub integriert
- PR-Integration: Checks direkt im Pull Request sichtbar
- YAML-Syntax: Einfacher als Groovy, gut dokumentiert
Schwächen:
- An GitHub gebunden (Vendor Lock-in)
- Kostenlos nur begrenzt (2.000 Minuten/Monat für private Repos)
- Weniger flexibel bei sehr komplexen Enterprise-Pipelines
- Self-Hosted Runner nötig für private Netzwerke
Entscheidungshilfe
| Szenario | Empfehlung |
|---|---|
| Neues Projekt auf GitHub | GitHub Actions |
| On-Premise / Air-Gapped | Jenkins |
| Kein Ops-Team für CI/CD | GitHub Actions |
| Volle Kontrolle, beliebige VCS | Jenkins |
| Schnell starten | GitHub Actions |
| Enterprise, komplexe Pipelines | Jenkins oder GitLab CI |
Fazit
Für neue Projekte auf GitHub ist GitHub Actions die klare Empfehlung: Kein Server-Management, einfache Konfiguration, direkter GitHub-Integration. Jenkins lohnt sich für Teams, die vollständige Kontrolle brauchen, in Air-Gapped Umgebungen arbeiten oder Jenkins bereits etabliert haben. Für meinen eigenen Stack nutze ich GitLab CI/CD – eine gute Mischung aus Self-Hosting und Komfort.