Portainer vs. Yacht: Docker Container Management 2026

Wer Docker-Container über eine Web-Oberfläche verwalten möchte, hat vor allem zwei Open-Source-Optionen: Portainer und Yacht. Beide senken die Einstiegshürde für Docker erheblich — unterscheiden sich aber deutlich in Umfang und Zielgruppe.

Portainer: Das Enterprise-Tool für alle

Portainer ist seit 2016 die bekannteste Web-UI für Docker und Kubernetes. Es gibt eine kostenlose Community-Edition und eine kostenpflichtige Business-Edition.

Stärken von Portainer:

  • Unterstützt Docker, Docker Swarm und Kubernetes
  • Umfangreiches Rechte- und Benutzerverwaltungssystem
  • App-Templates für schnelles Deployment
  • Stacks (Docker Compose via UI)
  • Edge-Agent für Remote-Management
  • Git-Integration für automatische Deployments
  • REST-API für Automatisierung
  • Sehr aktive Entwicklung, große Community

Schwächen:

  • Kann für einfache Use Cases überwältigend sein
  • Community-Edition hat einige Features nur in der Business-Edition
  • Ressourcenintensiver als Yacht
  • Komplexere Erstkonfiguration

Yacht: Minimalistisch und schnörkellos

Yacht ist ein jüngeres Projekt (2020), das sich auf Einfachheit konzentriert. Der Name steht für "Yet Another Container Host" — ein leichtgewichtiges Alternative zu Portainer.

Stärken von Yacht:

  • Sehr einfache, übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Geringer Ressourcenverbrauch
  • Template-System für Container-Deployments
  • Gut für Homelab und Einzelpersonen
  • Einfachere Ersteinrichtung

Schwächen:

  • Keine Kubernetes-Unterstützung
  • Kleinere Community, langsamere Entwicklung
  • Weniger Features als Portainer
  • Kein Multi-Host-Management

Feature-Vergleich

Feature Portainer CE Yacht
Docker
Kubernetes
Docker Swarm
Multi-Host
App-Templates
Stack/Compose UI
Benutzerverwaltung Einfach
REST-API Begrenzt
Git-Integration
Ressourcenverbrauch Mittel Gering

Installation via Docker

Portainer:

docker volume create portainer_data

docker run -d   -p 9443:9443   --name portainer   --restart=always   -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock   -v portainer_data:/data   portainer/portainer-ce:latest

Yacht:

docker run -d   -p 8000:8000   --name yacht   --restart=always   -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock   -v yacht_data:/config   selfhostedpro/yacht

Alternativen im Blick

Neben Portainer und Yacht gibt es weitere Optionen:

  • Dockge: Fokus auf Docker-Compose-Stacks, sehr schlank
  • Watchtower: Automatisches Container-Update (kein Management)
  • Lazydocker: Terminal-UI (kein Web)
  • Coolify: Vollständige PaaS-Lösung (weit mehr als nur Container-UI)

Wann welches Tool?

Portainer empfehle ich für:

  • Multi-Server-Umgebungen
  • Teams mit verschiedenen Rollen/Berechtigungen
  • Kubernetes + Docker in einer Oberfläche
  • Professionelle Homelab-Setups mit vielen Containern
  • Unternehmen (Business-Edition)

Yacht empfehle ich für:

  • Einstieg in Docker ohne Overhead
  • Single-Server-Homelab für Einzelpersonen
  • Wenn Einfachheit wichtiger ist als Features
  • Ressourcenschwache Hardware (Raspberry Pi)

Mein Fazit

Für ernsthafte Self-Hosting-Setups ist Portainer CE die bessere Wahl — der Umfang rechtfertigt die etwas höhere Komplexität. Yacht ist ein tolles Tool für Einsteiger und Hobbyisten, die schnell loslegen wollen.

Wer allerdings hauptsächlich mit Docker Compose arbeitet, sollte sich auch Dockge anschauen — es konzentriert sich genau auf diesen Use Case und ist eine sehr elegante Lösung.