Was ist Uptime Kuma?

Uptime Kuma ist ein selbst gehostetes, schlankes Monitoring-Tool, das 2021 von Louis Lam entwickelt wurde. Es hat sich schnell zur Standard-Wahl für Self-Hoster entwickelt, die HTTP-Endpunkte, TCP-Ports, DNS-Einträge und mehr überwachen möchten. Mit über 60.000 GitHub-Stars ist Uptime Kuma eines der populärsten Projekte im Self-Hosting-Bereich.

Kernfeatures:

  • Überwachung von HTTP/HTTPS, TCP, Ping, DNS, Datenbanken, Docker-Containern
  • Benachrichtigungen über 90+ Kanäle (Telegram, Discord, Email, Slack, PagerDuty usw.)
  • Statusseiten (öffentlich oder passwortgeschützt)
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Einfache Installation via Docker

Was ist Beszel?

Beszel ist ein neueres Server-Monitoring-Tool (2024), das sich auf System-Ressourcen fokussiert: CPU, RAM, Festplatten, Netzwerk. Die Besonderheit liegt in seiner Hub-and-Agent-Architektur: Ein zentraler Hub sammelt Metriken von leichtgewichtigen Agenten auf Remote-Servern. Beszel ist in Go geschrieben und extrem ressourcenschonend.

Kernfeatures:

  • System-Ressourcen-Monitoring (CPU, RAM, Disk, Netzwerk, Swap)
  • Hub-and-Agent-Architektur für dezentrales Monitoring
  • Minimale Ressourcennutzung der Agenten (unter 1 MB RAM)
  • Docker-Container-Monitoring
  • Schöne, responsive Web-UI
  • SSH-Tunnel-Unterstützung für sichere Verbindungen

Kernunterschiede: Monitoring-Ansatz

Der wichtigste Unterschied liegt im Monitoring-Ansatz:

Feature Uptime Kuma Beszel
Fokus Erreichbarkeit / Uptime Server-Ressourcen
HTTP-Monitoring Ja Nein
Server-Ressourcen Nein Ja
Architektur Monolithisch Hub + Agenten
Sprache Node.js Go
GitHub-Stars ~65.000 ~12.000

Uptime Kuma prüft, ob ein Dienst erreichbar ist. Beszel überwacht, wie es dem Server dabei geht. Das sind zwei fundamentell verschiedene Fragen – und oft braucht man beide Antworten.

Installation und Setup

Uptime Kuma

Die Installation via Docker ist simpel:

services:
  uptime-kuma:
    image: louislam/uptime-kuma:1
    volumes:
      - uptime-kuma:/app/data
    ports:
      - 3001:3001
    restart: unless-stopped

Nach dem Start ist Uptime Kuma sofort unter Port 3001 erreichbar. Ein Traefik- oder Caddy-Reverse-Proxy macht es HTTPS-fähig.

Beszel

Beszel besteht aus Hub und Agenten. Der Hub läuft auf dem Management-Server:

services:
  beszel:
    image: henrygd/beszel
    ports:
      - 8090:8090
    volumes:
      - ./beszel_data:/beszel_data

Auf jedem Remote-Server läuft ein kleiner Agent, der nur wenige Megabyte RAM benötigt und sich per SSH-Tunnel sicher mit dem Hub verbindet.

Benachrichtigungen und Alerting

Uptime Kuma ist der klare Sieger beim Thema Alerting-Integrationen. Mit über 90 Kanälen deckt es nahezu jede Infrastruktur ab. Zudem lassen sich Eskalationsstufen und Retry-Logiken konfigurieren.

Beszel unterstützt ebenfalls Benachrichtigungen (via Discord, Slack, Email und Webhooks), ist hier aber deutlich schlanker. Für komplexes Alerting auf Basis von Schwellenwerten – etwa "CPU über 90% für 5 Minuten" – eignet sich Beszel weniger gut als dedizierte Monitoring-Stacks wie Prometheus und Grafana.

Statusseiten

Uptime Kuma bietet vollständige öffentliche Statusseiten, die man für externe Nutzer freischalten kann. Diese eignen sich hervorragend für Webservices und APIs, die Kunden über Ausfälle informieren sollen – ähnlich wie bei Atlassian Statuspage, aber selbst gehostet.

Beszel hat keine öffentliche Statusseite – es ist ausdrücklich als internes Tool konzipiert. Der Zugang erfordert eine Anmeldung mit Nutzerkonto.

Ressourcenverbrauch

Uptime Kuma Beszel Hub Beszel Agent
RAM 100–300 MB ~50 MB unter 1 MB
CPU Niedrig Niedrig Minimal
Datenbank SQLite SQLite

Beszel-Agenten sind bemerkenswert ressourcenschonend und lassen sich problemlos auf Raspberry Pi oder schwach ausgestatteten VMs betreiben, ohne spürbare Auswirkungen auf die überwachten Dienste zu haben.

Multi-Server-Monitoring

Uptime Kuma ist als zentrales Tool konzipiert: alle Checks laufen vom Kuma-Server aus. Das bedeutet, dass interne Dienste nur erreichbar sind, wenn Kuma Netzwerkzugang hat – was in segmentierten Netzwerken problematisch sein kann.

Beszel löst dieses Problem elegant: Agenten sitzen direkt auf den Remote-Servern und senden Metriken über SSH-Tunnel an den Hub. So werden auch isolierte Server oder private Netzwerke ohne VPN überwacht.

Wann Uptime Kuma, wann Beszel?

Uptime Kuma wählen, wenn:

  • HTTP/HTTPS-Endpunkte, APIs oder Websites überwacht werden sollen
  • Statusseiten für externe Nutzer wichtig sind
  • Breite Benachrichtigungs-Integration gefragt ist
  • Der Fokus auf Verfügbarkeit und Reaktionszeiten liegt

Beszel wählen, wenn:

  • Server-Ressourcen (CPU, RAM, Disk) im Blick behalten werden sollen
  • Mehrere Remote-Server zentral überwacht werden sollen
  • Minimaler Overhead auf den Agenten-Systemen wichtig ist
  • Docker-Container-Ressourcen überwacht werden sollen

Empfehlung: Beide einsetzen. Uptime Kuma und Beszel lösen unterschiedliche Probleme. Uptime Kuma meldet, wenn Dienste nicht erreichbar sind. Beszel zeigt, warum ein Server unter Last steht. In einer vollständigen Self-Hosting-Infrastruktur ergänzen sich beide Tools ideal.

Alternativen

Wer mehr Funktionalität sucht, sollte sich den vollständigen Monitoring-Stack aus Prometheus und Grafana ansehen. Für reine Dashboard-Visualisierung eignet sich Grafana vs. Kibana als Vergleich.

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