Uptime Kuma vs Gatus: Self-Hosted Uptime Monitoring im Vergleich 2026
Wer eigene Server, Dienste oder APIs betreibt, braucht früher oder später eine zuverlässige Monitoring-Lösung, die sofort Alarm schlägt, wenn etwas ausfällt. Uptime Kuma und Gatus sind zwei der beliebtesten Open-Source-Lösungen im Self-Hosting-Bereich — und sie verfolgen dabei grundlegend unterschiedliche Philosophien.
In diesem Artikel vergleiche ich beide Tools auf Basis eigener Erfahrung und zeige, welches Tool für welchen Anwendungsfall besser geeignet ist.
Was ist Uptime Kuma?
Uptime Kuma ist ein visuell ansprechendes, selbst gehostetes Monitoring-Tool, das sich auf einfache Bedienung und eine schöne Status-Page konzentriert. Es wurde 2021 von Louis Lam entwickelt und hat sich dank seines modernen Web-UIs und seiner niedrigen Einstiegshürde extrem schnell verbreitet.
Kern-Features:
- Über 20 Monitor-Typen (HTTP, TCP, Ping, DNS, Docker, Steam, MQTT, uvm.)
- Integrierte, anpassbare Status-Pages für externe Nutzer
- 90+ Benachrichtigungs-Integrationen (Telegram, Slack, Discord, E-Mail, Signal, Gotify, Matrix, uvm.)
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Mehrsprachige Oberfläche
- Einfaches Docker-Deployment
Technologie: Node.js + SQLite, Docker-Image verfügbar.
Was ist Gatus?
Gatus ist ein auf Konfigurationsdateien basierendes Health-Dashboard, das bewusst minimalistisch und codegetrieben gestaltet ist. Es richtet sich an Nutzer, die ihre Monitoring-Konfiguration als Code (YAML) verwalten und versionieren möchten — ähnlich wie Infrastructure as Code.
Kern-Features:
- YAML-basierte Konfiguration (GitOps-friendly)
- HTTP, TCP, DNS, ICMP, WebSocket-Checks
- SQLite oder PostgreSQL als Backend
- Kubernetes-Integrations (Ingress-Discovery, Service-Checks)
- Alerting via PagerDuty, Slack, Telegram, E-Mail und mehr
- Schlankes, schnelles Go-Binary
Technologie: Go, minimal, geringe Ressourcenanforderungen.
Direktvergleich: Uptime Kuma vs Gatus
Bedienung und Setup
Uptime Kuma punktet durch seine intuitive Web-Oberfläche. Neue Monitore werden per Klick angelegt, Benachrichtigungen konfiguriert man direkt in der UI. Für Teams, die keine YAML-Dateien pflegen möchten, ist das ein echtes Plus.
Gatus erfordert mehr technisches Know-how. Alle Monitore werden in einer YAML-Datei definiert — kein UI zum Anlegen von Checks. Das klingt nach Mehraufwand, ist aber für Infrastructure-as-Code-Workflows ideal: die Konfiguration lässt sich in Git versionieren, reviewen und mit CI/CD deployen.
Gewinner nach Einstiegshürde: Uptime Kuma Gewinner für GitOps/IaC: Gatus
Monitor-Typen und Flexibilität
Uptime Kuma bietet mehr Monitor-Typen out-of-the-box — Docker-Container-Status, Steam-Server, MQTT-Broker und weitere Spezial-Checks. Gatus ist auf HTTP, TCP, DNS, ICMP und WebSocket konzentriert, deckt damit aber die meisten realen Anwendungsfälle ab.
Gatus erlaubt detaillierte Conditions in YAML:
endpoints:
- name: API Health
url: https://api.example.com/health
conditions:
- "[STATUS] == 200"
- "[RESPONSE_TIME] < 500"
- "[BODY] contains ready"
Solche Assertion-Checks sind in Uptime Kuma nicht in dieser Tiefe möglich.
Gewinner für Spezial-Checks: Uptime Kuma Gewinner für API-Assertions: Gatus
Status-Pages
Uptime Kuma liefert voll anpassbare, öffentliche Status-Pages mit Logo, Custom Domain und Incident-History. Das reicht für die meisten Self-Hoster und kleine Unternehmen aus.
Gatus' Status-Page ist schlichter und weniger anpassbar, aber funktional. Wer eine polierte Public-Status-Page mit Incident-Management braucht, ist bei Uptime Kuma besser aufgehoben.
Gewinner für Status-Pages: Uptime Kuma
Ressourcenverbrauch
| Tool | RAM (Idle) | CPU | Datenbank |
|---|---|---|---|
| Uptime Kuma | ~80–150 MB | minimal | SQLite |
| Gatus | ~15–30 MB | minimal | SQLite / PostgreSQL |
Gatus ist als Go-Binary deutlich schlanker. Auf ressourcenarmen Systemen (Raspberry Pi, VPS mit 1 GB RAM) macht das einen spürbaren Unterschied.
Gewinner Ressourcenverbrauch: Gatus
Alerting und Benachrichtigungen
Uptime Kuma gewinnt klar: 90+ Integrationen, alle über die UI konfigurierbar. Von Signal über Gotify bis zu Webhooks ist alles dabei.
Gatus hat weniger Integrationen, die wichtigsten sind aber vorhanden (Slack, PagerDuty, Telegram, E-Mail, Discord). Für Enterprise-Szenarien reicht das.
Gewinner Alerting: Uptime Kuma
Kubernetes-Integration
Gatus bietet native Kubernetes-Integration: Es kann automatisch Services und Ingress-Objekte aus dem Cluster entdecken und monitoren. Das macht es zum besseren Tool in Kubernetes-Umgebungen.
Uptime Kuma hat kein natives Kubernetes-Discovery, kann aber HTTP-Checks auf In-Cluster-Services durchführen.
Gewinner Kubernetes: Gatus
Mein Setup: Was ich selbst nutze
In meinem Homelab und auf meinen Produktions-Servern setze ich beide Tools ein:
- Gatus läuft als Deployment im Kubernetes-Cluster und überwacht alle kritischen Services über native Service-Discovery. Die Konfiguration liegt in einem GitLab-Repository und wird per CI/CD aktualisiert.
- Uptime Kuma nutze ich für externe Checks (Website-Verfügbarkeit von außen, Domain-Ablauf, TLS-Zertifikate) und für die öffentliche Status-Page.
Diese Kombination aus codegetriebenem Internal-Monitoring (Gatus) und visuell ansprechendem External-Monitoring (Uptime Kuma) hat sich als sehr zuverlässig erwiesen.
Wann welches Tool?
Uptime Kuma empfehle ich, wenn...
- du schnell starten möchtest ohne YAML-Konfiguration
- du eine schöne öffentliche Status-Page brauchst
- du viele verschiedene Monitor-Typen (Docker, DNS, Steam, MQTT) benötigst
- dein Team kein technisches Hintergrundwissen hat
Gatus empfehle ich, wenn...
- du Infrastructure as Code bevorzugst und Konfiguration in Git versionierst
- du Kubernetes-native Monitoring mit automatischer Service-Discovery willst
- du präzise HTTP-Response-Assertions definieren möchtest (Status, Body, Latenz)
- du minimale Ressourcen verbrauchen möchtest (Go-Binary, kein Node.js)
Fazit
Uptime Kuma ist der Gewinner für alle, die schnell, einfach und visuell monitoren möchten. Die riesige Community, die schöne UI und die vielen Integrationen machen es zum idealen Einstiegspunkt.
Gatus ist die bessere Wahl für DevOps-Teams, die Kubernetes nutzen, ihre Infrastruktur als Code verwalten und präzise Checks mit Assertions brauchen.
Beide Tools sind kostenlos, quelloffen und sehr aktiv entwickelt — es ist unmöglich, mit einer der beiden Entscheidungen falsch zu liegen.
Betrieben auf: Kubernetes k3s mit RKE2, Hetzner Cloud VPS Letzte Aktualisierung: August 2026